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Vorsitz der Arbeiterwohlfahrt Straubing

 

Neuwahl der AWO-Vorstandschaft am 10. April 2003


Links: Der neue Vorstand nach den Wahlen bei der Arbeiterwohlfahrt OV Straubing am 10. April 2003


 

 

 


 

Download: Bericht des Straubinger Tagblatts (PDF/253 KB)Im November 2000 wurde ich zur Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt Straubing gewählt. Das Straubinger Tagblatt veröffentlichte im Januar 2001 ein Porträt, das Sie im Folgenden online lesen oder im Original »downloaden« können.

 


Christine Schrock steht seit November an der Spitze des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt
"Im Andenken an meine Oma Gutes tun"
Gemeinsam bewährte Seniorenarbeit fortführen - Konzepte für Jung und Alt entwickeln
 

    Mit Kaffee ausschenken bei Advents- und Faschingsfeiern begann ihr ehrenamtliches Engagement heim Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt: Zwölf Jahre später steht Christine Schrock (45) an der Spitze des 500 Mitglieder starken Vereins. Die dafür nötige Erfahrung hat sie bei ihrer Vorgängerin Herta Neumeier gesammelt. Mit Advents- und Geburtstagsfeiern hat Christine Schrock, die sich gleichzeitig im Stadtrat und Frauenhaus engagiert, ihre ersten wichtigen Aufgaben bereits gemeistert. Zurzeit steckt sie mitten in den Vorbereitungen für den Fasching am 21. Februar in der Joseph-von-Fraunhofer-Halle.

    "Wenn es einem nur ein bisschen besser geht, sollte man sich für andere einsetzen." Mit diesem Leitspruch ihrer Großmutter ist Christine Schrock groß geworden. Von klein auf wurde ihr beigebracht, wie viel Freude Helfen macht: Ihre Oma nähte Kleider für die Mission in Afrika, obwohl sie als Flüchtling aus Schlesien selbst nie viel besaß ("sie hat mir imponiert und war mein Vorbild"). Der Vater engagierte sich in der Gewerkschaft und bei den Kleingärtnern. An seiner Seite sei sie vor 40 Jahren als fünfjähriges Mädchen bei der Mai-Demonstration der Gewerkschaft stolz über den Stadtplatz gelaufen, erinnert sich Christine Schrock.

    Arbeit mit Senioren gefallenAls Vorsitzende des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt will sich Christine Schrock Konzepte überlegen, wie man junge Menschen besser einbinden kann.

    Für sie war klar, dass sie die Familientradition fortsetzen und ehrenamtlich tätig sein möchte. Doch erst einmal stand die Familie im Mittelpunkt. Dafür hängte sie auch nach zwei Semestern ihr Germanistik- und Anglistikstudium an den Nagel: "Ich engagierte mich in der Erziehung meiner beiden Söhne", schmunzelt Christine Schrock. Nach einigen Jahren sei ihr jedoch die Decke auf den Kopf gefallen, die Unzufriedenheit immer größer geworden.

    So fing sie mit 28 Jahren zunächst beim Kinderschutzbund und später bei der SPD an, sich ehrenamtlich zu engagieren. Vor zwölf Jahren habe sie dann ihre "Ziehmutter" Herta Neumeier kennengelernt und sich bei der AWO gleich wohlgefühlt: "Ich habe schnell gemerkt, wie sehr mir die Arbeit mit Senioren gefällt." An diesen Menschen könne sie im Andenken an ihre Oma, die zeitlebens für andere da gewesen sei, Gutes tun. Ihr Einsatz helfe aber nicht nur anderen, sondern bereichere sie auch selbst: "Es macht mich zufrieden, wenn sich eine Frau bedankt, weil ich ihr eine Wohnung besorgen konnte", gesteht Christine Schrock. Bei der AWO sprachen sich ihr Organisationstalent und ungezwungenes Zugehen auf Leute bald herum, so dass sie nach kurzer Zeit in den Vorstand gewählt und mit vielen Aufgaben vertraut wurde. Vor ein paar Jahren habe sich dann heraus kristallisiert, dass sie den Generationswechsel an der Spitze des Ortsvereins vollziehen solle, was eine große Ehre und Herausforderung sei. Christine Schrock hat sich vorgenommen, nicht nur mit Kopf, sondern auch mit Herz bei der Sache zu sein.

    Teamwork angesagt

    Bei ihrer Arbeit setzt Christine Schrock aufgrund ihrer Berufstätigkeit (33 Stunden pro Woche als Verwaltungssachbearbeiterin bei der ÖTV) auf Teamwork, was sicher problemlos funktioniere, da ihr Herta Neumeier ein gut bestelltes Haus hinterlassen habe. Deren Linie will sie auch weiterhin treu bleiben: Die Tagesstätte an der Pfauenstraße, im Sommer die Stadtranderholung am Wundermühlweg, die jeweils am Dienstag stattfindenden Halbtagesfahrten mit Seniorentanz, regelmäßige Veranstaltungen wie Advents-, Faschings-, Muttertags- und Herbst- feiern sowie der Austausch von Erwachsenen mit Romans sur Isère sollen ohne tiefgreifende Veränderun- gen fortgeführt werden.

    Nur bei der Stadtranderholung ist Christine Schrock wegen sinkender Resonanz auf der Suche nach einem attraktiveren Konzept: Ein Musikprogramm und die stärkere Einbindung von jungen Leuten schwebt ihr vor, denn erfahrungsgemäß bereicherten sich junge und alte Menschen gegenseitig.

    Wenn Christine Schrock einen Wunsch frei hätte, würde sie sich als Verstärkung auf der Stelle ein paar mehr junge ehrenamtliche Kräfte aussuchen. Dann könnten sich die jetzigen Helfer (zum Teil über 70 Jahre) bei einer Feier auch einmal entspannt zurücklehnen und bedienen lassen.

    Bleibt bei so viel ehrenamtlichem Engagement überhaupt noch Zeit für die Familie? Ja. Während der Woche beginnt der Feierabend für Christine Schrock meistens ab 22 Uhr. Dann entspannt sie sich bei ihrer Familie ("Mein Mann steht voll hinter meiner Arbeit") oder liest: "Das ist das einzige Hobby, das ich mir bewahrt habe." Biografien von "engagierten, interessanten Leuten" (Hillary Clinton, Rosa Luxemburg oder Marcel Reich-Ranicki) und Reiseberichte faszinieren sie besonders.

-cod-

 
 

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