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Asien-Europa Jugendcamp 2000

Projekt zur Intensivierung des Jugendaustausches zwischen Mitgliedsstaaten des ASEM-Prozesses, organisiert von der Asien-Europa Stiftung Singapur und der All-China Youth Federation, August-September 2000

Weitere Informationen und eine detaillierte Dokumentation finden sich auf meiner Camp Projekt Homepage www.youthforum.de.


Hintergrund (Beitrag aus Zeitschrift JUGENDNACHRICHTEN 11/2000)
Auf dem Weg zu einer asiatisch-europäischen Kooperation

    Europäische und asiatische Jugendverbände unternahmen im Mai diesen Jahres den ersten erfolgreichen Anlauf ihre Zusammenarbeit über die Strukturen und Kontinente hinweg zu koordinieren. Unter finanzieller Unterstützung durch die Asien-Europa Stiftung (ASEF) trafen sich in Brüssel ca. 30 VertreterInnen von internationalen Jugendorganisationen und -plattformen. Als Dachorganisation aller europäischen Jugendringe und -verbände war das Europäische Jugendforum vertreten, das asiatische Pendant stellten das Asian Youth Council (AYC) und die Asian Students' Association (ASA).

    Neben einem ersten Kennenlernen stand die Frage des unterschiedlichen Aufbaus asiatischer und europäischer Jugendstrukturen im Mittelpunkt der Gespräche. Während auf EU-Seite Organisationen meist großen Wert auf ihre politische Unabhängigkeit legen, suchen Jugendstrukturen in Asien häufig die Nähe von Regierung und Parlament zur Absicherung ihrer Tätigkeit? So stellten bereits bei den ersten Diskussionen Begrifflichkeiten wie "NGO" oder "Civil Society" eine große Herausforderung dar; selbst die weite inhaltliche Bandbreite der Jugendverbände hierzulande stoßen in Asien zum Teil auf Unverständnis.

    Während der Gespräche stellten beide Seiten fest, dass ein breites gesellschaftliches Interesse am jeweilig anderen Kontinent noch in den Kinderschuhen steckt und auch die kulturellen Unterschiede vielfältig und oftmals unbekannt sind. Dennoch reisten die asiatische Delegationen mit sehr konkreten Projektideen und Konzepten an. Gerade der europäische Einigungsprozess und der Euro scheinen das Interesse insbesondere in den ASEAN-Staaten und China noch gesteigert zu haben.

    Am Ende des Forums stand eine Erklärung über die zu errichtende "Asia-Europe Youth Co-operation", die Einrichtung einer Steuerungsgruppe sowie das Konzept über eine Homepage zum Informationsaustausch und Programmvorstellung. Die Erstellung und Finanzierung der Internet-Seiten stellte sich die ASEF zur Verfügung.

    Als erstes Projekt unter diesem Schirm veranstaltete die All-China Youth Federation im August/September ein Asien-Europa Jugendcamp. Auch hier griff die ASEF finanziell unter die Arme, so dass den TeilnehmerInnen sogar ein Zuschuss zu den Flugkosten gewährt konnte. 70 junge Erwachsene aus den ASEM-Staaten (EU, ASEAN, Südkorea und China) wurden in den Osten Chinas eingeladen, um an einer Mischung aus Workcamp, Kooperationstreffen und kulturellem Austausch teilzunehmen. Diese dreifache Ausrichtung ermöglichte zwar eine vielfältige thematische Beschäftigung, erschwerte jedoch gleichzeitig die Umsetzung der einzelnen Arbeitseinheiten immens; gerade die chinesischen TeilnehmerInnen hatten meist wenig bis gar keine Erfahrung im Umgang mit Menschen aus einem anderen kulturellem Hintergrund und der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Jugendorganisationen.

    Während die Unterbringung großteils im Gästehaus der Shandong United University (einer Anlage die bis im vergangenen Jahr noch als Hühnerfarm ihren Dienst tat) erfolgte, erstreckten sich die Aktivitäten über weite Gebiete der Shandong Provinz (88 Mio. Einwohner). Neben den Besuch von wichtigen Kulturstätten wie dem heiligen Berg Taishan, dem Grabmal von Konfuzius und dem Gelben Fluss standen auch einige praktische Aktivitäten auf dem Programm: So beteiligten sich die TeilnehmerInnen am Wiederaufbau eines alten buddhistischen Tempels und an mehreren größeren Teilprojekten zur "Mother River Protection".

    Dem Jugendcamp wurde von Seite der chinesischen Medien sehr großes Interesse entgegengebracht, so dass Reporter und Kameraleute nahezu rund um die Uhr jeden Schritt der TeilnehmerInnen festhielten. Da ein internationales Jugendcamp nach Auskunft der All-China Youth Federation das erste dieser Art und in diesem Umfang war, war es auch nicht verwunderlich, dass die beiden Reisebusse stets auch von einer Polizeieskorte "geschützt" wurden.

    Große Ehre wurde den jungen Erwachsenen schließlich in der Stadt Qufu zuteil: Als einzige internationale Gruppe wurde in Konfuzius' Garten, einer UNESCO-Stätte des Weltkulturerbes ein "asiatisch-europäischer Freundschaftswald" gepflanzt. Am Nationen-Abend schließlich fand traditionelles deutsches Liedgut seinen Weg nach Fernasien: "Marmor, Stein und Eisen bricht" war bei allen TeilnehmerInnen so beliebt, dass er als "Dam Dam Song" zum inoffiziellen Lagersong ernannt wurde...

    © Tim Schrock

 
 

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