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KOOPERATION UNIVERSITÄT REGENSBURG MIT DER UNIVERSITÄT DONGGUK IN SEOUL

Fotos vom Besuch in Seoul gibt's hier. NEU


 

 

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Aus der Tageszeitung Donga-Ilbo im Kultur und Wissenschaftsteil:

Freitag 17. Mai 2002, S. A 19

Ein renommierter deutscher Professor für "Engineering Psychology", Rektor der Universität Regensburg

Dank der modernen Wirtschaftsentwicklung Koreas wächst in Übersee das Interesse und die Aufmerksamkeit für Korea zunehmend. Nicht nur auf dem Bereich der herkömmlichen ‚Koreanistik’, wo die Sprache und Kultur im Vordergrund stand, erweitet sich vielmehr der deutsch-koreanische Austausch in allen wissenschaftlichen Bereichen. Unter dieser Voraussetzung besucht der Rektor der Universität Regensburg, Deutschland, Professor Dr. Alf Zimmer (58, Bild) Korea, um einen sinnvollen wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Korea zu gestalten und intensivieren. Wir sprachen über seinen Koreabesuch und nicht zuletzt über Hightech und seine Spezialfachrichtung in angewandter Psychologie.

Professor Dr. Alf Zimmer, selbst ein angesehener Wissenschaftler für „Engineering Psychology“, bekleidet das Amt des Rektors der Universität Regensburg seit August des vergangenen Jahres und bemüht sich seitdem um den Austausch mit Korea in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen, die sich auch aus verschieden Aspekten ergeben.

- Das Gespräch zwischen Herrn Rektor Professor Zimmer und der Zeitung Donga fand im Hotel Shilla am 15. Mai statt. Dabei ging es um seinen Koreabesuch, vor allem aber über die Bedeutung des wissenschaftlichen Austauschs zwischen Korea und Deutschland.
- Darüber hinaus sollte Prof. Zimmer über seine Forschungstätigkeit und den Nutzen seiner wissenschaftlichen Forschung in angewandter Psychologie sprechen, sozusagen aus dem Munde eines renommierten Wissenschaftlers.

Das Umfeld soll in Interaktion von „Mensch-Technik-Natur“ gepflegt werden.

Frage: Sie haben seit Ihrem Amtsantritt als Universitätsrektor großes Interesse am wissenschaftlichen Austausch mit Korea gezeigt. Haben Sie besondere Gründe für diese aufmerksame Bemühung?

Antwort: Korea und Deutschland weisen einige Gemeinsamkeiten auf, insbesondere die bittere Erfahrung eines geteilten Landes als gleiches Schicksal, das Rechtssystem ist ebenso recht ähnlich. Nicht zuletzt sollten wir uns zusammensetzen und über Hightech und über gemeinsame Interessen sprechen. Wir sollten dann auch den aktiven Austausch von Wissenschaftlern aus den High-Tech- und naturwisschenschaftlichen Bereichen besprechen, was wiederum die gemeinsame Forschung fördern soll.
Die bisherige „Koreawissenschaft“ in Europa beschränkte sich hauptsächlich auf die Forschung der Sprache und Kultur. Aber wir, die Universität Regensburg, will ein Modell der Koreawissenschaft vom Zentrum für Sprache und Kommunikation aus nicht nur in Philosophie und Literatur entwickeln, sondern vielmehr in Verbindung mit verschiedenen Disziplinen wie Rechtswissenschaft, BWL, VWL und naturwissenschaftlichen Bereichen an Korea anknüpfen und somit den aktiven und sinnvollen Austausch mit Korea gestalten.
Der studentische Austausch zwischen der Universität Dongguk und der Universität Regensburg findet bereits statt. Soeben ist ein Vertrag für das Austauschprogramm zwischen der Seouler Nationaluniversität und der Korea Universität besiegelt, um junge koreanische Wissenschaftler – sei es ein Doktorand oder ein Post doc - aus den naturwissenschaftlichen Fakultäten , darunter Chemiker, Biochemiker mit Stipendium zu uns zu holen. Wir übernehmen die sämtlichen Kosten während der Forschungszeit, ferner sollte auch ein Austausch mit den Wissenschaftlern aus dem Rechtswissenschafts- und medizinischen Fakultäten , insbesondere mit Medizinern der orientalischen Methoden, an der Universitätsklinik Regensburg und auch nach Korea gefördert werden.

Frage: Ist es richtig, dass Forschungsergebnisse aus den Hightech- und naturwissenschaftlichen Bereichen aus Europa bis heute maßgebend sind?

Antwort:Es war so, dass die bisherige Erkenntnis in Europa in diesem Bereich die Führung übernommen hat, aber die europäische Naturwissenschaft wurde in erster Linie unter der Voraussetzung entwickelt, die Natur zu beherrschen, im Gegensatz zur asiatischen Weltanschauung, die Harmonie zwischen Mensch und Natur zu erhalten, was in Asien das Wesentliche ist. Sollten diese beiden Elemente in der Tat eng verbunden werden können, so wird das Ergebnis in der Entwicklung der Technik und Naturwissenschaft optimal sein.
Den Austausch zwischen Hightech und naturwissenschaftlichen Bereichen halte ich daher für sehr wichtig.

Frage: Herr Rektor Zimmer, nach meiner Meinung ist Ihr Fach als Engineering Psychologie zum Austausch mit Korea von großer Bedeutung, wenn auch die Benennung Ihres Forschungsfaches in Korea ein bisschen fremd klingt. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Mein Fach ‚Engineering Science’ ist ein relativ junges Forschungsgebiet, jedoch bei uns lebhaft erforscht.
In den vergangenen Jahren haben die Menschen stets Maschinen entwickelt, und die Menschen haben sich selbst der hochtechnischen Entwicklung gefügt. Die Engineering Science strebt danach eine geeignete Methode zu finden, die zum Zusammenfügen von Natur (Umwelt) und einer Mensch-Interaktion führt. Ich nenne ein Beispiel: In der Flugzeug- und Automobiltechnik versuchen die Engineering-Psychologen ihr Wissen so anzuwenden, dass Menschen in einem sicheren und friedlichen Umfeld leben können. Die Arbeiter könnten beim Umgang mit Maschinen, die bis jetzt sehr hoch entwickelt wurden, mit unerwarteten Risikosituationen nicht fertig werden. Die Anwendung der Engineeringsscience-Erkenntnis kann Systeme gegen solche auftretenden Risikosituationen im voraus planen. Mit einem Wort: Wir von diesem Fach haben das Ziel ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen und Natur in freundschaftlicher Interaktion verbunden sind.

Frage: Sie sprachen davon, durch Anwendung Ihres Forschungsgebietes die Verkehrslage zu beeinflussen. Könnten Sie uns beraten, wie die komplizierte Verkehrslage in Korea verbessert werden könnte?

Antwort: In der Tat hat der Verkehr in Seoul viele Probleme, aber solche Verkehrsprobleme gibt es nicht nur hier in Seoul, sondern auch in vielen anderen großen Städten. Ich möchte versuchen, auch dafür Lösungen zu finden. Erstens muss man ein Informationssystem ausarbeiten. Mit IT-Hightech könnten via Telekommunikationstechnik die nötigen Informationen geholt werden, die sowohl Informationen über die Verkehrslage, aber auch im medizinischen Bereich, Informationen von mehreren Krankenhäusern für die Patienten schneller und effektiver übermitteln könnten.
Zweitens, man muss einen Informationskanal entwickeln, ein System, welches ein zur jeweiligen Situation angepasstes Signal senden kann. Bis heute beispielsweise sind die Ampeln mechanisch-automatisch geschaltet, wenn aber ein Informationskanal entwickelt wird, der zu jeder unerwarteten Risikosituation angepasste Informationen senden kann, wäre die konventionelle Verkehrslage auf den Straßen verbessert. Drittens, der oben erwähnte Informationskanal soll auch jedem Privatmensch zugänglich sein (wie das Navigationssystem).
Wie kommt man zum Beispiel schnell und ohne Stau zum Internationalen Flughafen Incheon? Dafür sollte dieser Telekommunikationskanal dienen. Nicht noch mehr Straßen bauen, sondern die vorhandenen Straßen auf eine bessere Weise nutzen.

Daneben dankte Herr Rektor Zimmer der Donga Ilbo (eine der größten Tageszeitung Koreas), die regelmäßig an die Universität Regensburg geliefert wird und die gerne von koreanischen Studenten an der Universität Regensburg genutzt wird.
Weiterhin betonte Rektor Zimmer, dass die koreanische Regierung und Industrie mehr Interesse am Austausch aus allen wissenschaftlichen Bereichen zeigen solle und diese unterstützen möge.

Rektor Prof. Zimmer besuchte Korea am 13. Mai auf Einladung der Dongguk-Universität, und am 18. Mai war der Rückflug in die Heimat, nachdem er wichtigen Institutionen einen Besuch abgestattet hatte, zusammen mit dem Minister Dr. Chae Young-bo des Technik- und Forschungsministerium, Präsident Dr. Kim Chung-duk vom KOSEF (Korea Science and Engineering Foundation) und Korea Foundation, um die gute Zusammenarbeit und wissenschaftlichen Austausch zu besprechen.

(Text: Dr. Kim Hyong-chan, Foto: Lee Jong-seung)

 

 

 

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